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Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist der erste Schritt auf der Karriereleiter. Hier entscheidet sich, ob sich das Ziel des baldigen erfolgreichen Jobeinstiegs erfüllt oder nicht. Jeder Jobanwärter ist sich der Bedeutung eines Jobinterviews bewusst und dementsprechend nervös. Mit einer guten Vorbereitung kann das Interview mit den Personalberatern jedoch entspannt angegangen werden.

Wer weiß, worauf Personalchefs bei einem Bewerbungsgespräch achten, der kann ganz einfach punkten. Besonders wichtig sind den Unternehmen die Persönlichkeit des Bewerbers, dessen Kommunikationsfähigkeit und die praktischen Erfahrungen. Wer sich nur auf seine Abschlüsse und Noten verlässt, der hat hingegen schlechte Karten.

Das Bewerbungsgespräch beginnt mit der Begrüßung. Auch hier kann ein Bewerber schon Fehler machen. Ein freundliches Lächeln, ein offenes Lachen machen jeden Menschen sympathisch - allerdings nur, wenn sich keine Essensreste zwischen den Zähnen befinden und der Atem frisch ist. Auf Kaugummikauen sollte während des Gesprächs unbedingt verzichtet werden. Zur Begrüßung erfolgt dann der obligatorische Händedruck. Hierbei sollte der Bewerber aufrecht stehen, dem Gegenüber in die Augen sehen, ihm die Hand reichen (nicht zu fest drücken oder gar schütteln) und sich mit vollem Namen vorstellen. Danach sollte sich der Bewerber für die Einladung bedanken. Nach der Begrüßung kommt das Hinsetzen. Der Bewerber sollte erst Platz nehmen, wenn er dazu aufgefordert wurde.

Das Interview besteht üblicherweise aus einer Reihe von Fragen zum Studium, zum Verlauf des Studiums, über absolvierte Praktika, gesammelte Erfahrungen, Stärken und Schwächen des Bewerbers. Alle Fragen sollten so ausführlich wie nötig und so ehrlich wie möglich beantwortet werden.

Am Ende des Gesprächs werden Bewerber gefragt, ob ihrerseits noch Fragen bestehen. Diese Frage sollte stets bejaht werden! Mit Fragen wie: "Warum wurde diese Stelle ausgeschrieben?", "Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen in diesen Job?" oder "Können Sie mir einen typischen Tagesablauf beschreiben?" kann der Bewerber sein Interesse für die Stelle und das Unternehmen signalisieren und verdeutlichen.

Neben den Dingen, die ein Bewerber unbedingt tun sollte, gibt es auch Dinge, die bei einem Bewerbungsgespräch tunlichst vermieden werden sollten. Der erste Eindruck eines Bewerbers wird maßgeblich von der Optik beeinflusst. Es kann daher absolut "tödlich" sein, unangemessen gekleidet zu einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen.

Jeder, dem man im Bewerbungsgespräch begegnet, befand sich auch schon mal auf der anderen Seite. Das bedeutet, dass es durchaus Verständnis für die Nervosität gibt. Es gibt auch Grund dafür, schließlich geht es um einen Job, den man haben möchte. Es gibt aber etwas, das den Bewerber besonders sicher macht, nämlich das richtige Auftreten.

Das ist allerdings oft ein bisschen nebulös, was dahinter zu verstehen ist. Höflich, bestimmt, sicher. Soweit kennt sich jeder noch aus. Die Umgangsformen sind ebenfalls leicht zu erlernen, wenn sie nicht ohnehin schon im EFF-EFF beherrscht wurden. Eintreten, Hände reichen, sich mit vollem Namen vorstellen, hinsetzen sobald man aufgefordert wird, und ein angebotenes Getränk nicht ablehnen.

Viel schwieriger ist hier die Frage nach dem richtigen Outfit. Es soll gepflegt sein, und während noch vor 20 Jahren unbedingt ein Anzug und Krawatte für einen Arbeitsplatz im Büro angezeigt war, so darf es heute ein bisschen individueller sein. Das Outfit sollte die Persönlichkeit wiederspiegeln, aber es muss trotzdem hochwertig und gepflegt aussehen. Auch wenn der Bewerber passionierter Motorradfahrer ist, geht eine Lederkombi nicht, auch wenn dieses Hobby das Leben bestimmt. Aber eine gepflegte Jeans und ein (gut gebügeltes) Hemd für einen Sachbearbeiter in der Versicherung ohne Kundenkontakt sind schon in Ordnung. Wer in kreativeren Berufen arbeitet, wie beispielsweise der Werbebranche, für den darf auch der Kleidungsstil etwas lockerer sein. Aber es gibt eben auch Branchen, in denen es immer noch sehr traditionell sein muss. Wer sich bei einer Beraterfirma bewirbt, für den muss es der Anzug mit passendem Hemd sein, anders als noch vor 25 Jahren kann dabei auf die Krawatte verzichtet werden, sie ist hier nur noch Ausdruck des persönlichen Stils. Auch bei Banken und in Jobs bei Versicherungskonzernen geht es immer noch konservativ zu.

Für Herren bleiben die Regeln also überschaubarer, auch wenn heute vieles nicht mehr so einfach ist, wie es das vor zwei oder drei Jahrzehnten war. Damals galt für Verkäufer, Sparkasse oder Stadtverwaltung der gleiche Dresscode bei Männern. Anzug, Hemd, Krawatte und frisch geputzte Schuhe. Für die Damenwelt wird es da schon etwas schwieriger. Auch hier gilt, der Hosenanzug wird nur in bestimmten Branchen erwartet. Wie bei den Herren, da wo es etwas konservativer zugeht. Beraterfirmen, Banken und Versicherungen. Ansonsten gilt der alte Spruch von Giorgio Armani, dass man sich für den Job kleiden soll, den man möchte, und nicht für den Job, den man bereits hat. Es darf also zum Vorstellungsgespräch etwas gehobener sein. Für Frauen darf man sich in den konservativen Berufen ruhig an den klassischen Dresscode halten. Rock bis mindestens zu den Knien oder lange Hose, gemäßigte Absätze, unbedingt geschlossene Schuhe und Strumpfhosen, dann darf es persönlicher werden. Hierbei sollte versucht werden, sich dem Stil des Unternehmens anzupassen, soweit dies bekannt ist. Ein bisschen Farbpsychologie kann hier auch nicht schaden. Dabei sollte lediglich beachtet werden, dass Kontrastfarben oft ein bisschen kriegerisch machen, während warme und harmonische Töne sympathisch wirken und die Bewerberin teamfähig erscheinen lassen. Auch hier hat man mehr modische Freiheit als noch vor 30 Jahren, aber dafür sollte es dann bei den Accessoires klassisch werden. Die Tasche sollte elegant und einfarbig sein sowie von hoher Qualität. Weiterhin sollte sie nicht zu klein wirken. Es macht einen alltagstauglicheren Eindruck, wenn die Tasche groß genug ist, einen Ordner oder zumindest Unterlagen in DIN A4 aufzunehmen.

Was vielen Personalchefs jedoch noch stärker auf den Magen schlägt, sind arrogantes, desinteressiertes Auftreten (zum Beispiel ständig auf die Uhr schauen, auf den Stuhl "fläzen") und Handy Telefonate (oder SMS verschicken) während des Gesprächs. Aussagen über das Privatleben oder gar das Liebesleben sind absolut tabu genauso wie zu spätes Erscheinen samt fadenscheiniger Ausreden) und Prahlereien.

übrigens: Wer ganz sicher gehen will, dass er den Job garantiert NICHT bekommt, der sollte negative Aussagen über ehemalige Arbeitgeber (Unternehmen in denen Praktika absolviert wurden) machen.

Nach dem Bewerbungsgespräch können noch weitere Schritte zum Erfolg führen. Sofern das während des Interviews noch nicht geklärt wurde, kann sich der Bewerber nach frühestens drei Tagen telefonisch nach der Dauer des Auswahlverfahrens erkundigen und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Besonderen Eindruck kann der Bewerber mit einem Dankschreiben (per E-Mail oder Brief) hinterlassen. Hierin sollte der positive Verlauf des Gesprächs gelobt werden. Zudem sollte erwähnt werden, dass sich der Wunsch, in diesem Unternehmen tätig zu werden, durch das Gespräch noch intensiviert hat.