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Zeitarbeit

Zeitarbeit Die Karriere nach dem Studium mit einer Anstellung in einer Zeitarbeitsfirma zu beginnen, ist sicher nicht der Traum junger Akademiker. Allerdings entspricht die Wirklichkeit schon lange nicht mehr dem Image von Zeitarbeitsfirmen. Diese vermitteln nicht mehr nur ungelernte Hilfskräfte, sondern auch Akademiker und Fachkräfte. Mittlerweile ist jeder sechste Zeitarbeiter ein Hochschulabsolvent. Und die Ehe zwischen Zeitarbeitsfirmen und Akademikern kann durchaus fruchtbar sein - besonders für Hochschul- absolventen, die noch nicht genau wissen, wohin sie ihr beruflicher Weg führen soll. Durch die Anstellung in einer Zeitarbeitsfirma haben Hochschulabsolventen die Möglich- keit, verschiedene Unternehmen und Branchen besser kennen zu lernen. Zudem ergeben sich daraus zahlreiche Möglichkeiten, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Diese Art der Selbstfindung kann zudem sehr bequem stattfinden. Immerhin ist der Wechsel zwischen den Unternehmen ohne Kündigungen und Lohnausfälle möglich. Die Zeit in den einzelnen Unternehmen ist zwar befristet, mit der Zeitarbeitsfirma besteht jedoch ein unbefristeter Vertrag.

Selbstverständlich stellen Unternehmen Zeitarbeiter nicht grundlos ein. Sie profitieren vor allem bei Fachkräften und Akademikern von den Qualifikationen ihres Personals. Zudem gehen sie mit der Anstellung eines Zeitarbeiters keinerlei Risiko ein, da sie sich nicht langfristig binden müssen. Das erklärt auch, warum die Nachfrage bei Zeitarbeitsfirmen nach qualifiziertem Personal in bestimmten Bereichen stark gestiegen ist. So gibt es gar schon Kooperationen zwischen Zeitarbeitsfirmen und Hochschulen, damit die starke Nachfrage befriedigt werden kann.

Die Zeitarbeit kann auch eine Chance bedeuten. Politikwissenschaftler, Geisteswissenschaftler oder Ingenieure haben über Zeitarbeitsfirmen die Möglichkeit, an Stellen zu kommen, die auf dem freien Arbeitsmarkt nie ausgeschrieben worden wären. Der Verbleib in einer Zeitarbeitsfirma kann gerade für Arbeitnehmer mit hohen Qualifikationen von kurzer Dauer sein. Es ist nicht unüblich, dass Fachkräfte und Akademiker von ihrer Zeitarbeitsfirma in ein Unternehmen geschickt werden und dort bereits nach kurzer Zeit übernommen werden. Je qualifizierter ein Zeitarbeiter ist, desto größer sind die Bemühungen der Unternehmen, diesen mit einem festen Arbeitsvertrag an sich zu binden. Grundsätzlich werden rund 30 Prozent aller Zeitarbeiter in einem Kundenunternehmen fest angestellt. Bei Höherqualifizierten erreicht die Quote sogar bis zu 50 Prozent.

Da Zeitarbeitsfirmen an tarifliche Vereinbarungen gebunden sind, richtet sich die Entlohnung für Zeitarbeiter nach der entsprechenden Entgeltgruppe gemäß ihrer Qualifikation. Als "Billigheimer" zu enden, müssen daher gerade Akademiker nicht befürchten. Sie profitieren unter anderem vom akuten Fachkräftemangel. Zeitarbeitsfirmen sehen sich so gezwungen, Höherqualifizierte nach den branchenüblichen Tarifen zu entlohnen. Schließlich dient es auch der Reputation einer Zeitarbeitsfirma, wenn sie qualifizierte Fachkräfte vermittelt. Gerade Akademiker müssen somit auch in einer Zeitarbeitsfirma nicht befürchten, sich unter Wert verkaufen zu müssen.

Alles in allem ist der Weg über eine Zeitarbeitsfirma auch für junge Akademiker durchaus mit Vorteilen gespickt. Diese Variante kann eine Alternative zum Direkteinstieg oder zu einer Zeit als Trainee sein. Finanzielle Sicherheit, sowie die Möglichkeit praktische Erfahrungen in den unterschiedlichsten Unternehmen sammeln zu können, bilden eine solide Grundlage für Berufseinsteiger. Die Zeitarbeit kann sich sogar als Karriere fördernd erweisen. Immerhin profitieren Kundenunternehmen auch davon. Anstatt einem Akademiker "frisch von der Uni" eine feste Anstellung zu geben, bekommen sie (mit einem Zeitarbeiter) unter Umständen einen jungen Akademiker mit Berufserfahrung. Die Zeiten, in denen Zeitarbeit ein schmuddeliges Image hatte, gehören damit der Vergangenheit an.